Gutes Neues Jahr

Wir wünschen allen Mitgliedern, Tierfreunden und den gesamten Bewohnern der Landkreise Altötting und Mühldorf ein gutes und gesegnetes Jahr 2012 mit viel Glück und Gesundheit!

Segen für das "Baby" mit den vielen Vätern

Erscheinungsdatum: 
20. Juli 2011

Tierheim Eisenfelden offiziell eröffnet - Pfarrer Josef Kurz segnet den 1,25-Millionen-Euro-Neubau

Winhöring.

Winhöring. Das „Baby“ Tierheim Eisenfelden, ein Kind mit ganz vielen Vätern, ist am Montag „getauft“ worden: Der Neubau des Tierschutzvereins im Landkreis Altötting und Mühldorf in Eisenfelden, mit 1,25 Millionen Euro 200 000 Euro teurer als geplant, erhielt den Segen durch Pfarrer Josef Kurz und Vikar Aji Rose Thankayyan.
„Wir sind sehr stolz auf unser Baby“, sagte der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Fedor Hermann, „wie es sich entwickelt, liegt im Wesentlichen daran,wie es von der Öffentlichkeit aufgenommen wird“. Die über 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft, die bei der Feier zugegen waren, äußerten sich zufrieden darüber, dass, wie es Landrat Erwin Schneider formulierte, nach vielen unerfreulichen Querelen „ein langes Kapitel erfolgreich zu Ende geht“.
Die Finanzierung des Heimes ist zu einem Großteil dem Wertausgleich durch die Gemeinde Winhöring für das Grundstück in Kronberg zu verdanken − 640 000 Euro wurden dadurch in die Waagschale geworfen, so Hermann. Eine Erbschaft, die in den Rücklagen des Vereins schlummerte, wurde ebenfalls eingerechnet, so war man schon bei 820 000 Euro. Mit diesen beiden Pfunden wollte schon im März 2009 der damalige Vorsitzende Manfred Zallinger das Projekt schmackhaft machen, scheiterte aber. Eine große Spendenbereitschaft in der Bevölkerung genauso wie politische Unterstützung verhalf dem Verein später zum Erfolg. Große, bisher nicht genannte Spendenposten brachte Fedor Hermann bei der Feier auf den Tisch: 10 000 Euro kamen von einer Kommune, die laut Hermann nicht genannt werden wollte (deren Bürgermeister Wolfgang Reichenwallner ist, wie Hermann auf Nachfrage sagte). Weitere 50 000 Euro spendete die Raiffeisenbank und 55 0000 Euro kamen von der privaten Gerhard und Ellen Zeidler-Stiftung.
Dennoch reichte das Geld nicht ganz aus. Der Verein muss Schulden machen − im Raum steht eine Summe bis zu 100 000 Euro, die man aber durch die Einspeisevergütung der Photovoltaikanlage abfinanzieren könne, so Hermann.
Zur Spende der Stadt Burghausen sagte Hermann: „Das Interesse
an einem Landkreis-Tierheim ist dokumentiert und auch unser Verein ist interessiert daran“. Er glaube auch, dass der Landkreis dem nicht ablehnend gegenüber stehen werde. Landrat Erwin Schneider hatte
sich im Kreistag für den Baukostenzuschuss des Heimes stark gemacht und auch privat statt Geschenken zu seinem 50. Geburtstag um Unterstützung für das Heimgebeten. Schneider freute sich, dass mit der Konsolidierung des Vereins auch das „wirkliche Ziel wieder ins Auge genommen werden konnte“. Er freute sich, es geschafft zu haben, den ganzen Landkreis in die Unterstützung des Projektes eingebunden zu haben. Man habe sich „gerne mit 150 000 Euro beteiligt, weil‘s vernünftig ist“. Zur Technik des Heimes informierte Architektin Ulrike Bubl. Sie unterstrich, dass die Investitionen in Erdwärme, Photovoltaik oder Brunnen dazu beitragen, dass das Heim langfristig kostengünstig betrieben werden könne. Gleichzeitigwies sie Vorwürfe zurück, man habe ein Luxus-Heim gebaut. Vielmehr seien die Mehrkosten etwa dem erweiterten Lärmschutz-Gutachten, dem Wall oder den Außenanlagen
zu schulden.
Segen für das „Baby“ mit den vielen Vätern Tierheim Eisenfelden offiziell eröffnet − Pfarrer Josef Kurz segnet den 1,25-Millionen-Euro-Neubau. Für die Bürgermeister des Landkreises Altötting sagte Heinrich Hollinger, der Einsatz der Tierschützer sei ein „herausragendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement“. Winhörings Bürgermeister Hans Daferner dankte für den Mut, das Durchhaltevermögen und die Einsatzbereitschaft. Er dankte aber auch den Anliegern in Kronberg für gute Nachbarschaft und drückte die Hoffnung aus, dass durch die Lärmschutzmaßnahmen den Anliegern in Eisenfelden berechtigte Sorgen genommen werden konnten. Positiv erwähnte er die Pläne des Vereins, mit einem Konzept für Schulen das Heim zu öffnen. Auch der Geschäftsführer der Raiffeisenbank Altötting und Mühldorf, Wolfgang Altmüller, dankte dem Verein für den Mut, durchzuhalten. Es sei eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, die hier geleistet werde. Er appellierte an die Mitglieder, durchzuhalten und sicherte zu: „Wir werden weiterhin was tun.“ Die Schatzmeisterin des Deutschen Tierschutzbundes, Landesverband Bayern, Silvia Dietrich, ging auf die finanzielle Lage der Tierschutzvereine ein und wies darauf hin, dass man
ermittelt habe, dass man eine Fundtierpauschale von durchschnittlich
1,10 Euro pro Einwohner brauche, um die Kosten zu decken. Zuvor hatte Hermann die Fundtierpauschalen angesprochen. Man werde demnächst auf die Kommunen zukommen.
Aktuell erhalte man 26 Cent pro Einwohner, das reiche aber nicht aus, um die Kosten von etwa 80 000 Euro im Jahr zu decken. Kostendeckend wäre ein Euro.

Quelle: 
Alt-Neuöttinger Anzeiger
Anhang: